
Bio Natur – pro Umwelt, kontra Gentechnik
Der moderne Homo sapiens hat sich den ihm zustehenden ersten Platz auf der Evolutionsstufe redlich verdient. Während er auf der einen Seite mit geradezu orgiastischer und mittlerweile brachialer Gewalt über alles pflanzliche Leben hinwegfegt, vernichtet er mit der ihm eigenen Ignoranz sämtliche Frei- und Rückzugsräume tierischen Daseins, welche ihm für seine eigenen Bedürfnisse als geeignet und notwendig erscheinen.
Der heutige, oft auch als zivilisiert bezeichnete Mensch steht zurecht am Platz der Sonne. Und auch jetzt noch, obwohl die Natur schon ihren von Schwefeldioxid und Kohlenmonoxid geschwängerten Atem angehalten hat, verteidigt er diesen Platz mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln. Aber auch Ikarus wollte hoch und immer höher hinaus.
Der Mensch ist der Meinung, den Fehler des Ikarus nicht zu begehen. Das mag stimmen, denn wir haben schon längst unseren Ariadnefaden verloren, welcher uns den Weg aus dem Labyrinth des Minotaurus hätte zeigen können. Wir haben uns das Recht erkämpft, gemeinschaftlich vor unserer selbst geschaffenen hochtechnisierten und gentechnisch optimierten Umwelt zu kollabieren. Wir waren mutig genug, nicht nur in den Abgrund zu schauen, sondern haben uns sogar einen Schritt weiter gewagt. Doch nur wer wagt, gewinnt auch, heißt es so schön und vollmundig. Also nehmen wir uns dieses Sprichwort zu Herzen, schalten wir unseren Schrittmacher noch einmal eine Stufe höher und fangen endlich an, diesen neuen Lebensraum ebenfalls zu erobern. Vielleicht finden sich ja auch hier neue Möglichkeit, unseren Giftmüll zu entsorgen und neue Depressionsnischen zu finden. Wer weiß, ob wir nicht doch noch unerforschte Diabetes-Gebiete und gentechnisch noch unberührtes Land entdecken.
Bauen wir weiter an unserer geschlossenen Gesellschaft und geben Sartre eine neue Chance. „Die Hölle, das sind die anderen“. Denn wer will schon freiwillig aus diesem selbst gewählten Gefängnis ausbrechen, klammern wir uns lieber aneinander und bleiben wir in den von anderen über uns gefällten Urteilen und Meinungen isoliert.
Ich will nun den Kreis wieder mit Ikarus oder besser gesagt mit Daedalus, seinem Vater, beschließen. Denn Daedalus schärfte seinem Sohn nicht nur ein, die Hitze der Sonne zu meiden. Er warnte ihn ebenso vor der Tiefe des Meeres, dessen Feuchte ebenfalls zum Absturz führt. Doch dieser Sorge haben wir Menschen uns größtenteils schon selbst entledigt. Abwässer aus touristischen Hochburgen, Schwermetalle der Industrie, die Verklappung chemischer und radioaktiver Abfallprodukte und die besonders effektiven Öltanker-Unglücke sorgen dafür, daß wir uns um die Feuchte der Meere lange schon nicht mehr sorgen müssen.
Ich würde mich freuen, wenn ich Sie auf meiner eigenen kleinen (grünen) Hölle www.bio-natur.at
begrüßen darf und schließe nun endgültig mit dem römischen Dichter Plautus: „Homo homini lupus est.“ Das einzig Bedenkliche dieses Satzes ist die Tatsache, daß sich die Menschen mit Wolllust zerfleischen, aber der Pate dieses Satzes, der Wolf, schon längst in vielen Teilen dieser Welt ausgestorben ist.
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